SAAGMÜHLE

Die Saagmühle

Die sogenannte Saagmühle befand sich am Reutbach im Bereich des heutigen Toifl-Hofes. Der Standort ist im Dorf bis heute durch den Flurnamen "Mühlgraben" bekannt und erinnert an die frühere Nutzung dieses Bereiches.

Ein genaues Errichtungsjahr der Mühle ist nicht bekannt. In alten Grundbuchunterlagen der Herrschaft Dobersberg wird die Mühle jedoch bereits für den Zeitraum 1716 bis 1796 erwähnt. Auch in einer Häuserchronik wird das Haus Garolden Nr. 27, heute Garolden Nr. 38, als Mühle angeführt. Damit zählt die Saagmühle zu den sehr alten, über Generationen bestehenden Gebäuden des Dorfes.

Im Laufe der Zeit war die Mühle unter verschiedenen Namen bekannt. Früher wurde sie als Kreil-Mühle bezeichnet, später als Toifl-Mühle. Die Bezeichnung "Saagmühle" dürfte sich eingebürgert haben, da sich im Gebäude auch ein Sägewerk befand.

Die Anlage wurde mit Wasserkraft betrieben. Nach mündlicher Überlieferung trieb das Wasser ein großes hölzernes Wasserrad an. Über weitere hölzerne und metallene Räder wurde die Kraft auf die Mühle beziehungsweise das Sägewerk übertragen. Die Saagmühle diente vermutlich sowohl dem Mahlen von Getreide als auch der Verarbeitung von Holz.

Im Jahr 1889 kam es zu einem Brand, bei dem die Saagmühle niederbrannte. Später wurde sie wieder aufgebaut und weiterhin genutzt.

Ein tragisches Ereignis ereignete sich im Jahr 1949: Der Müller Ferdinand Toifl kam bei einem Arbeitsunfall in der Mühle ums Leben.

Heute ist von der ursprünglichen Mühle nichts mehr erhalten. Helmut Toifl, einer der wenigen Zeitzeugen, die die Saagmühle noch selbst gekannt haben, berichtete, dass das Gebäude später vollständig abgetragen wurde. An ihrer Stelle befindet sich heute ein landwirtschaftlich genutzter Bereich.

Eine besondere historische Quelle ist ein handgemaltes Bild der ehemaligen Saagmühle. Das Gemälde entstand zu einer Zeit, als die Mühle noch bestand. Das Gebäude wurde darauf weitgehend realistisch dargestellt, während die Umgebung teilweise künstlerisch gestaltet wurde.

Die Geschichte der Saagmühle lebt heute vor allem im Flurnamen "Mühlgraben", in wenigen erhaltenen Dokumenten und in den mündlichen Überlieferungen weiter.

Die Inhalte basieren auf den unter "Quellen & Hinweise" angeführten Quellen, auf Dokumenten und Unterlagen aus dem Privatbesitz der Familie Toifl sowie auf mündlichen Überlieferungen und Erinnerungen von Helmut Toifl.